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Prinz Hamlets Vater ist keine zwei Monate tot und schon heiratet seine Mutter erneut – und noch dazu Hamlets Onkel! Hamlet ist entsetzt. Seine bösen Ahnungen bestätigen sich: In der Nacht begegnet er dem umherwandernden Geist seines Vaters, der den Bruder des Mordes bezichtigt. Hamlet schwört an Ort und Stelle leidenschaftlich Rache. Doch Hamlet wäre nicht Hamlet, wenn er direkt zur Tat schreiten würde. Um jeglichen Zweifel zu eliminieren, lässt er am Hof ein Stück über einen Königsmord aufführen. Und siehe da, die Reaktion des Königs lässt eigentlich keinen Zweifel mehr zu. Doch Hamlet zögert. Mit "Hamlet" will das Junge Schauspielhaus nach "Die Odyssee" und "Cyrano" erneut einen klassischen Stoff auf die Bühne bringen. "Hamlet" ist ein spannender Spionagethriller. Die Wände in Helsingör haben Augen. Und überall lauert doppelter Boden. "Hamlet" erzählt gleichzeitig von einer jungen Liebe, die in der Welt der Politik keinen Platz hat und tragisch endet. Das Stück ist auch eine Familientragödie, die von Liebe, Eifersucht, Inzest und Mord handelt. Aber vor allem erzählt "Hamlet" vom politischen Erwachen eines jugendlichen Helden, der aus der Welt der humanistischen Bildung in die der korrupten Politik fällt. Hand in Hand geht damit ein Generationendrama einher, das zeigt, wie ein junger Mensch versucht, auf die Fehler der Elterngeneration zu reagieren. Und schließlich ist "Hamlet" ein philosophisches Stück und fragt nach den letzen Dingen und dem Sinn des Lebens. Vielleicht liegt das Geheimnis der Größe dieses Stoffs darin, dass hier ein jugendlicher Held, nur bewaffnet mit neuen Ideen, auf eine alte Welt voller Kriege, echter Waffen und Erblasten trifft. Und auf der Suche nach Wahrheit, Moral und adäquatem Handeln begegnet Hamlet nur Unwahrheit, Doppelmoral und unausgegorener Praxis. Hamlet stellt die richtigen Fragen nach dem, was wir überhaupt wissen können, und dem, was, aufgrund dieses Wissens, das richtige Handeln sein könnte.
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